Zum Inhalt springen
Kaffee Reise

Kaffeeanbau und Umwelt Redaktion Kaffee Reise · Stand

Wiener Kaffeehauskultur: Kaffee in Österreich erklärt

Inhalt 7 Abschnitte

Kaffee in Österreich: kein Anbau, aber eine lebendige Kultur

Gleich vorweg: In Österreich wird kein Kaffee angebaut. Für den Freilandanbau ist das Klima ungeeignet. Der Kaffee, den Sie in Österreich trinken, wird importiert und im Land geröstet. Die eigentliche Kaffeeproduktion findet also in anderen Ländern statt. Wie Kaffeeanbau in einem echten Anbauland aussieht, lesen Sie auf unseren entsprechenden Länderseiten.

Für Sie als Kaffeetrinker heißt das: Steht auf einer Packung ein österreichischer Röster, bezieht sich das auf die Röstung, nicht auf die Herkunft der Bohnen. Die Bohnen selbst stammen aus dem Ausland.

Was Österreich beim Kaffee ausmacht, findet deshalb nicht auf dem Feld statt, sondern am Tisch: in der Art, wie Kaffee serviert und getrunken wird. Im Mittelpunkt steht die Wiener Kaffeehauskultur. Auf dieser Seite erfahren Sie, woher sie kommt, welche Bräuche dazugehören und welche Spezialitäten Sie auf einer Wiener Karte finden.

Die Wiener Kaffeehauskultur und ihre Geschichte

Die Tradition der Wiener Kaffeehäuser reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Seitdem sind die Kaffeehäuser feste Orte des städtischen Lebens geworden. Hier trifft man sich, liest, plaudert oder sitzt einfach allein und lässt den Tag an sich vorbeiziehen.

Um die Anfänge ranken sich Erzählungen. Eine bekannte ist die Legende um Kolschitzky, der das Wiener Kaffeehaus begründet haben soll. Lesen Sie diese Geschichte als das, was sie ist: eine Legende, keine gesicherte historische Tatsache. Reizvoll ist sie trotzdem, weil sie zeigt, wie eng Wien den Kaffee mit seiner eigenen Geschichte verknüpft hat.

Ein Satz beschreibt das Wesen dieser Häuser besonders treffend: Kaffeehäuser gelten als Orte, „an denen Zeit und Raum konsumiert werden, aber nur der Kaffee verrechnet wird“. Damit ist gut beschrieben, was einen Besuch ausmacht. Sie bezahlen für das Getränk und bekommen Ruhe, Platz und Atmosphäre dazu.

Immaterielles Kulturerbe seit 2011

Im Herbst 2011 wurde die Wiener Kaffeehauskultur als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Die Österreichische UNESCO-Kommission nahm sie in das nationale Verzeichnis auf, und zwar in der Kategorie „Gesellschaftliche Praktiken“. Den Antrag dazu hatte der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer gestellt.

Die Einordnung als gesellschaftliche Praxis ist aufschlussreich. Gewürdigt wird damit weder ein einzelnes Gebäude noch ein bestimmtes Getränk. Anerkannt wird eine gelebte Gewohnheit: das Zusammenspiel aus Gästen, Personal, Raum und Ritualen. Für Sie als Gast bedeutet das: Wer ein Wiener Kaffeehaus besucht, nimmt an einer Tradition teil, die als Kulturgut bewahrt werden soll.

Bräuche im Kaffeehaus: Wasser, Zeitung und Zeit

Einige Gewohnheiten gehören zum Kaffeehausbesuch einfach dazu. Wenn Sie zum ersten Mal ein Wiener Kaffeehaus betreten, helfen Ihnen diese Punkte bei der Orientierung:

  • Ein Glas Wasser: Zum Kaffee wird traditionell ein Glas Wasser serviert. Es gehört schlicht dazu.
  • Zeitungen: Das Haus stellt Zeitungen bereit, die Sie während Ihres Aufenthalts lesen können.
  • Lange sitzen bleiben: Niemand erwartet, dass Sie nach dem letzten Schluck aufbrechen. Sie dürfen lange sitzen bleiben.
  • Ruhiges Tempo: Das Kaffeehaus ist kein Ort für den schnellen Kaffee im Vorbeigehen. Es lädt zum Verweilen ein.

Gerade dieses Verweilen unterscheidet das Kaffeehaus von vielen anderen Cafés. Planen Sie also etwas Zeit ein, wenn Sie die Kaffeehauskultur kennenlernen möchten. Das Gefühl, nicht gedrängt zu werden, ist Teil des Erlebnisses.

Typische Wiener Kaffeespezialitäten

Auf der Karte eines Wiener Kaffeehauses finden Sie Bezeichnungen, die außerhalb Österreichs nicht überall geläufig sind. Viele Getränke beruhen auf dem Mokka, einem kleinen, kräftigen schwarzen Kaffee. Daraus entstehen verschiedene Varianten:

  • Wiener Melange: Kaffee mit Milch und Milchschaum. Sie ist eine gute Wahl, wenn Sie Kaffee gern mit Milch trinken.
  • Einspänner: Mokka im Glas mit einer Haube aus Schlagobers.
  • Kleiner Brauner: Mokka mit etwas Obers, also mit einem Schuss Sahne.
  • Verlängerter: Mokka, der mit heißem Wasser gestreckt wird und dadurch milder und länger ausfällt.

Schlagobers und Obers sind die österreichischen Wörter für Schlagsahne und Sahne. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie ruhig nach, denn auch das Gespräch mit dem Personal gehört im Kaffeehaus dazu. Und denken Sie daran: Zum Kaffee kommt traditionell ein Glas Wasser auf den Tisch.

Welche Variante Ihnen am besten schmeckt, ist Geschmackssache. Mit der Melange beginnen Sie mild, mit dem Kleinen Braunen etwas kräftiger. Beim Verlängerten haben Sie länger etwas von Ihrer Tasse. So können Sie sich Besuch für Besuch durch die Wiener Kaffeekarte probieren.

FAQ zu Kaffee und Wiener Kaffeehauskultur in Österreich

Wird in Österreich Kaffee angebaut?

Nein. In Österreich wird kein Kaffee angebaut, denn für den Freilandanbau ist das Klima ungeeignet. Kaffee wird nach Österreich importiert und im Land geröstet.

Seit wann ist die Wiener Kaffeehauskultur immaterielles Kulturerbe?

Die Wiener Kaffeehauskultur wurde im Herbst 2011 von der Österreichischen UNESCO-Kommission in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, und zwar in der Kategorie „Gesellschaftliche Praktiken“. Den Antrag hatte der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer gestellt.

Was gehört zu einem Besuch im Wiener Kaffeehaus?

Zum Kaffee wird traditionell ein Glas Wasser serviert. Das Haus stellt Zeitungen bereit, und Sie dürfen lange sitzen bleiben. Die Tradition der Kaffeehäuser reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück.

Was ist der Unterschied zwischen Melange, Einspänner, Kleinem Braunen und Verlängertem?

Die Wiener Melange ist Kaffee mit Milch und Milchschaum. Der Einspänner ist Mokka im Glas mit Schlagobers. Der Kleine Braune ist Mokka mit etwas Obers. Der Verlängerte ist Mokka, der mit heißem Wasser gestreckt wird.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

Mehr aus Kaffeeanbau und Umwelt