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Kaffee in Marokko: Kaffeekultur, Gewürzkaffee und Kaffeemarkt
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Inhalt 8 Abschnitte
Kaffee in Marokko: ein Land ohne eigenen Anbau
In Marokko wird kein Kaffee angebaut. Für eine Kaffeeplantage im Land gibt es keinen Beleg. Marokko bezieht seinen Kaffee über Importe aus anderen Ländern.
Wer sich für Kaffee in Marokko interessiert, findet trotzdem viel Spannendes. Da ist eine Trinkkultur, in der Tee seit Langem den Ton angibt. Dazu kommen ein eigenständiger Gewürzkaffee, ein Kaffeemarkt, der ganz auf Rohkaffee aus dem Ausland setzt, und eine junge Szene für Spezialitätenkaffee. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie der Kaffee nach Marokko kam, wie er dort getrunken wird, woher die Bohnen stammen und was sich derzeit in den Röstereien bewegt.
Tee zuerst: Wie der Kaffee nach Marokko kam
Wenn Sie an Marokko denken, haben Sie vermutlich zuerst ein Glas Minztee vor Augen. Das hat seinen Grund: Das traditionelle Getränk des Landes ist Tee, vor allem Minztee. Kaffee ist im Vergleich dazu das jüngere Getränk.
Kaffeebohnen kamen im 18. Jahrhundert nach Marokko. Bis daraus eine eigene Café-Kultur wurde, dauerte es allerdings lange. Cafés als Treffpunkte, an denen man gemeinsam Kaffee trinkt, verbreiteten sich erst im 20. Jahrhundert, während der französischen Kolonialzeit. Damit hat der Kaffee in Marokko zwei Gesichter: den Kaffee im Café, der mit dieser Zeit verbunden ist, und den Kaffee im eigenen Haushalt, der eine ganz eigene Tradition entwickelt hat.
Qahwa Ma'atra: marokkanischer Gewürzkaffee
Eine Besonderheit der marokkanischen Kaffeekultur ist der Gewürzkaffee, genannt Qahwa Ma'atra. Grundlage ist dunkel gerösteter Kaffee, der mit Gewürzen verfeinert wird. Verwendet werden etwa:
- Zimt
- Kardamom
- Nelken
- Ingwer
- Anis
- schwarzer Pfeffer
Eine feste Rezeptur gibt es nicht. Welche Gewürze in welcher Kombination hineinkommen, hängt vom jeweiligen Haushalt ab. So schmeckt der Gewürzkaffee in jeder Familie ein wenig anders.
Qahwa Ma'atra wird eher zu Hause getrunken. Dabei gibt es eine schöne Geste der Aufmerksamkeit: Gäste bekommen zuerst eingeschenkt. Der Gewürzkaffee ist damit weniger ein schnelles Getränk für unterwegs als ein Teil des häuslichen Miteinanders.
Möchten Sie den Gewürzkaffee zu Hause nachempfinden, können Sie sich behutsam herantasten. Wählen Sie einen dunkel gerösteten Kaffee und beginnen Sie mit wenigen Gewürzen, etwa einer Prise Zimt und etwas Kardamom. Probieren Sie sich anschließend Schritt für Schritt weiter vor. So entsteht Ihre eigene Mischung, ganz im Sinne einer Tradition, in der jeder Haushalt seine Vorlieben pflegt.
Der Kaffeemarkt: Rohkaffee aus Afrika und Asien
Weil im Land kein Kaffee wächst, ist Marokko auf Rohkaffee aus dem Ausland angewiesen. Nach einer Marktstudie des CBI importierte Marokko im Jahr 2021 rund 49.000 Tonnen Rohkaffee. Etwa 75 Prozent davon entfielen auf Robusta, rund 25 Prozent auf Arabica.
Zu den wichtigen Lieferländern zählen laut derselben Studie:
- Uganda
- Indonesien
- Vietnam
- Togo
- Guinea
- Tansania
Der hohe Robusta-Anteil ist bemerkenswert. Robusta gilt allgemein als kräftiger und herber im Geschmack als Arabica und enthält mehr Koffein. Koffein wirkt anregend. Arabica wird dagegen meist mit einem feineren, oft fruchtigeren Aroma verbunden. Für dunkle Röstungen, wie sie auch beim Gewürzkaffee üblich sind, werden kräftige Bohnen häufig geschätzt.
Der Rohkaffee wird nach dem Import geröstet. Erst dann entsteht aus der grünen Bohne der Kaffee, den Sie im Café oder in der eigenen Küche zubereiten.
Spezialitätenkaffee: eine junge Szene
Neben der häuslichen Tradition und den klassischen Cafés entwickelt sich in Marokko eine Szene für Spezialitätenkaffee. Sie ist noch jung. Einzelne Röstereien gibt es etwa in Marrakesch.
Unter Spezialitätenkaffee versteht man allgemein sorgfältig ausgewählte Bohnen, deren Herkunft sich nachvollziehen lässt, und eine Röstung, die den Eigengeschmack der Bohne in den Vordergrund stellt. Häufig werden solche Kaffees als Filterkaffee oder Espresso angeboten, damit die Unterschiede zwischen einzelnen Herkünften gut zur Geltung kommen.
Wenn Sie Marokko bereisen, lohnt sich neben Minztee und Gewürzkaffee also auch ein Blick auf diese neue Entwicklung. Ein Besuch in einer kleinen Rösterei, etwa in Marrakesch, zeigt eine andere Seite der Kaffeekultur des Landes.
Fazit: Kaffeekultur ohne eigenen Anbau
Marokko ist kein Kaffeeanbauland. Der Kaffee stammt aus Importen, vor allem als Robusta aus Ländern in Afrika und Asien. Trotzdem hat das Land eine eigene Kaffeekultur entwickelt: vom späten Einzug der Bohnen im 18. Jahrhundert über die Cafés des 20. Jahrhunderts bis zum aromatischen Gewürzkaffee Qahwa Ma'atra, der in den Haushalten nach eigenem Geschmack zubereitet wird.
Der Tee, allen voran der Minztee, bleibt das traditionelle Getränk. Der Kaffee hat daneben seinen Platz gefunden, und mit den ersten Röstereien für Spezialitätenkaffee kommt ein neues Kapitel hinzu.
Nützliche Links
FAQ zu Kaffee in Marokko
Wird in Marokko Kaffee angebaut?
Nein. Für Kaffeeanbau in Marokko gibt es keinen Beleg. Das Land importiert seinen Kaffee, im Jahr 2021 laut einer CBI-Marktstudie rund 49.000 Tonnen Rohkaffee.
Woher bezieht Marokko seinen Kaffee?
Wichtige Lieferländer sind Uganda, Indonesien, Vietnam, Togo, Guinea und Tansania. Etwa 75 Prozent der Importe sind Robusta, rund 25 Prozent Arabica.
Was ist Qahwa Ma'atra?
Qahwa Ma'atra ist marokkanischer Gewürzkaffee aus dunkel geröstetem Kaffee, gewürzt etwa mit Zimt, Kardamom, Nelken, Ingwer, Anis oder schwarzem Pfeffer, je nach Haushalt. Er wird eher zu Hause getrunken, und Gäste bekommen zuerst.
Seit wann wird in Marokko Kaffee getrunken?
Kaffeebohnen kamen im 18. Jahrhundert nach Marokko. Cafés verbreiteten sich erst im 20. Jahrhundert während der französischen Kolonialzeit. Das traditionelle Getränk ist bis heute Tee, vor allem Minztee.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu