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Kaffeeanbau auf den Azoren: kleine Ernten, wachsendes Interesse

Inhalt 7 Abschnitte

Kaffee von den Azoren: kleiner Anbau, ehrlich betrachtet

Ja, auf den Azoren wird Kaffee angebaut, allerdings in sehr kleinem Umfang. Es geht um einzelne Familienbetriebe, einen Erzeugerverband und ein Gemeinschaftsprojekt mit einem Kaffeeunternehmen. Eine Anbauregion im Sinne der großen Kaffeeländer sind die Inseln nicht. Für Neugierige und Reisende ist das Thema trotzdem lohnend, denn hinter den wenigen Pflanzungen stecken interessante Geschichten.

Kaffee wächst üblicherweise in tropischen Regionen, und Europa gilt nicht als klassisches Anbaugebiet. Die Azoren sind dabei allerdings nicht allein: Auch auf Madeira gibt es kleinen Kaffeeanbau, ebenso auf Gran Canaria. Die Inselgruppe ist also nicht der einzige Ort in Europa, an dem Kaffee wächst, auch wenn man das gelegentlich liest.

Auf dieser Seite erfahren Sie, wo auf den Azoren Kaffee wächst, welche Mengen bekannt sind und wer an der Entwicklung beteiligt ist. Aussagen über besondere Aromen finden Sie hier bewusst nicht. Geschmack lässt sich nicht allgemeingültig festlegen, und Sie beurteilen ihn am besten selbst.

Fajã dos Vimes auf São Jorge: die Plantage der Familie Nunes

Ein gut dokumentiertes Beispiel findet sich in Fajã dos Vimes auf der Insel São Jorge. Dort betreibt die Familie Nunes eine kleine Kaffeeplantage mit Café.

Laut Familiengeschichte reicht der Anbau bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Ein Mann, der auf einer Kaffeefarm in Brasilien gearbeitet hatte, brachte demnach Arabica-Samen mit nach São Jorge. Die erste Pflanzung auf der Insel lag in der Fajã de São João, erst später kam der Kaffee nach Fajã dos Vimes. Da diese Herkunft auf der Überlieferung der Familie beruht, sollten Sie sie auch als solche verstehen.

Die Mengen sind überschaubar: Aus jährlich mehr als 1.000 kg roten Kaffeekirschen bleiben rund 350 kg trinkfertiger Kaffee. Der Unterschied erklärt sich durch die Verarbeitung. Von der Kirsche werden Fruchtfleisch und Schalen entfernt, und die Bohnen verlieren beim Trocknen und Rösten an Gewicht.

Wenn Sie São Jorge besuchen, lohnt sich eine Nachfrage vor Ort, denn der Besitzer führt auf Anfrage informell über die Plantage. Im Café gibt es dazu Queijadas mit Yams.

Café Impossível: Deltas Kaffee aus den Azoren

Im Oktober 2023 brachte Delta Cafés den „Café Impossível“ heraus, auf Deutsch etwa „unmöglicher Kaffee“. Beworben wurde er als erster portugiesischer Kaffee, der vollständig auf den Azoren gewachsen ist. Das ist eine Aussage aus der Vermarktung. Sie beschreibt die Herkunft, nicht den Geschmack.

Entstanden ist das Produkt aus einer Partnerschaft von Delta mit der Regionalregierung der Azoren und dem Verband der Azoren-Kaffeeerzeuger, kurz APAC. Den Namen kann man als Anspielung auf die verbreitete Vorstellung lesen, Kaffee könne in Europa gar nicht wachsen. Zu Produktionsmengen und Preisen machen wir keine Angaben, weil dazu keine gesicherten Informationen vorliegen.

Forschung und Erzeuger: wer auf den Azoren Kaffee anbaut

Dem Café Impossível ging Vorarbeit voraus. Eine Studie von 2019 untersuchte, welche Kaffeearten zum Klima der Azoren passen. Sechs Arabica-Varietäten wurden dabei als aussichtsreich eingestuft.

Delta, die Regionalregierung und APAC unterzeichneten außerdem ein Kooperationsprotokoll über acht Jahre, in dessen Rahmen neue Varietäten erprobt werden. Der Anbau befindet sich also noch in einer Phase, in der getestet wird, welche Pflanzen sich auf den Inseln bewähren.

APAC hat rund 70 Mitglieder auf acht Inseln. Angebaut wird vor allem auf São Miguel, in geringerem Umfang auf Terceira. Diese Angaben haben den Stand 2023, neuere Zahlen zu Mengen liegen nicht vor.

Einordnung: was Sie vom Kaffee der Azoren erwarten können

Die bekannten Zahlen zeigen, dass Kaffee von den Azoren eine Rarität ist. Wenn auf einer Plantage aus mehr als 1.000 kg Kirschen rund 350 kg trinkfertiger Kaffee werden, reicht das nicht für einen Alltagskaffee im großen Stil. Wer ihn probieren möchte, sieht das am besten als besonderes Reiseerlebnis oder als Gelegenheit, Kaffee aus einer ungewöhnlichen Herkunft kennenzulernen.

Einige praktische Hinweise:

  • In Fajã dos Vimes auf São Jorge können Sie nach einer Führung fragen. Der Besitzer zeigt die Plantage auf Anfrage und informell, rechnen Sie also eher mit einem spontanen Rundgang als mit einer organisierten Tour.
  • Beim Café Impossível lohnt ein Blick auf die Herkunftsangabe. Beworben wurde er ausdrücklich als vollständig auf den Azoren gewachsen.
  • Zur Bio-Zertifizierung gibt es widersprüchliche Berichte. Verlassen Sie sich hier auf die Angaben auf der Verpackung oder fragen Sie direkt nach.
  • Ob als Espresso, Filterkaffee oder mit Milch: Wie jeder Kaffee schmeckt auch dieser je nach Röstung und Zubereitung unterschiedlich.

Wenn Sie sich für Kaffee aus Europa interessieren, lohnt sich der Vergleich mit Madeira und Gran Canaria, wo ebenfalls in kleinem Maßstab angebaut wird. Kaffee aus Europa gibt es also, er bleibt aber eine Nische.

FAQ zum Kaffeeanbau auf den Azoren

Wird auf den Azoren wirklich Kaffee angebaut?

Ja, aber nur in kleinem Umfang. Auf der Plantage der Familie Nunes in Fajã dos Vimes auf São Jorge bleiben von jährlich mehr als 1.000 kg roten Kaffeekirschen rund 350 kg trinkfertiger Kaffee. Der Verband der Azoren-Kaffeeerzeuger (APAC) hat rund 70 Mitglieder auf acht Inseln. Angebaut wird vor allem auf São Miguel, in geringerem Umfang auf Terceira (Stand 2023, neuere Mengen liegen nicht vor).

Kann man die Kaffeeplantage in Fajã dos Vimes besuchen?

Die Familie Nunes betreibt dort eine kleine Kaffeeplantage mit Café. Der Besitzer führt auf Anfrage informell über die Plantage, und im Café gibt es dazu Queijadas mit Yams. Laut Familiengeschichte kam der Arabica Anfang des 19. Jahrhunderts aus Brasilien nach São Jorge.

Was ist der Café Impossível von Delta?

Delta Cafés brachte den Café Impossível im Oktober 2023 heraus. Er wurde als erster portugiesischer Kaffee beworben, der vollständig auf den Azoren gewachsen ist. Er entstand aus einer Partnerschaft mit der Regionalregierung der Azoren und dem Verband der Azoren-Kaffeeerzeuger (APAC). Diese Partner haben außerdem ein Kooperationsprotokoll über acht Jahre zur Erprobung neuer Varietäten unterzeichnet.

Sind die Azoren der einzige Ort in Europa mit Kaffeeanbau?

Nein. Auch auf Madeira und Gran Canaria wird Kaffee in kleinem Umfang angebaut. Die Azoren sind damit einer von mehreren Orten, an denen Kaffee in Europa wächst, jeweils in Nischenmengen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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