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Die Schweiz als Kaffeeland: Rösten und Handel statt Anbau

Inhalt 7 Abschnitte

Kaffee in der Schweiz: Anbau oder Verarbeitung?

In der Schweiz wird kein Kaffee im Erwerbsanbau erzeugt. Wer Kaffee aus der Schweiz kauft, trinkt also Bohnen, die in anderen Ländern gewachsen sind. Die Bezeichnung „kleine Produzenten-Nation“ trifft daher nicht zu, wenn man darunter den Anbau versteht. Trotzdem spielt Kaffee in der Schweizer Wirtschaft eine große Rolle, nur an einer anderen Stelle der Wertschöpfungskette: beim Rösten und beim Handel. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie das zusammenhängt, woher der Rohkaffee stammt und was der Schweizer Ursprungsstatus bei Kaffee bedeutet.

Eine kleine Besonderheit gibt es dennoch: Im Tropenhaus Wolhusen im Kanton Luzern wachsen tropische Nutzpflanzen, darunter auch Kaffee. Das Gewächshaus wird mit Abwärme beheizt, und der Kaffee dort ist ein Pilotprojekt. Erntemengen sind nicht veröffentlicht. Kaffee ist eine tropische Pflanze. In einem beheizten Gewächshaus lassen sich Wärme und Feuchtigkeit gezielt steuern. Mit dem Erwerbsanbau, wie man ihn aus den Anbauländern kennt, hat dieses Projekt jedoch nichts gemeinsam.

Vom Rohkaffee zur Schweizer Röstung

Die Schweiz verarbeitet importierten Rohkaffee. Rohkaffee, auch Grünkaffee genannt, besteht aus den getrockneten, noch ungerösteten Samen der Kaffeekirsche. In diesem Zustand sind die Bohnen hell und hart und riechen eher grasig als nach Kaffee. Erst beim Rösten entstehen die typischen Aromen. Die Farbe wird braun, und die Bohnen werden so spröde, dass man sie mahlen kann.

Das Rösten hat in der Schweiz auch eine rechtliche Bedeutung: Durch diesen Verarbeitungsschritt erhält der Kaffee Schweizer Ursprungsstatus. Ein Kaffee kann also als Schweizer Erzeugnis gelten, obwohl keine Bohne davon im Land gewachsen ist. Für Sie beim Einkauf heißt das: Eine Herkunftsangabe „Schweiz“ auf einer Kaffeepackung kann sich auf den Ort der Röstung beziehen und nicht auf das Anbaugebiet.

Beim Rösten selbst kommt es auf Erfahrung an. Röstdauer und Röstgrad beeinflussen, ob ein Kaffee eher hell und fruchtig oder dunkel und kräftig schmeckt. Viele Röstereien mischen außerdem Bohnen unterschiedlicher Herkunft zu sogenannten Blends. So erreichen sie einen gleichbleibenden Geschmack, auch wenn sich die einzelnen Ernten unterscheiden.

Woher der Rohkaffee kommt

Da im Land kein Kaffee im Erwerbsanbau wächst, stammt der Rohstoff aus dem Ausland. Zu den wichtigen Lieferländern des Rohkaffees zählen Brasilien, Kolumbien und Vietnam. Aus diesen Ländern gelangen die ungerösteten Bohnen in die Schweiz, wo sie weiterverarbeitet werden.

Für den Geschmack in der Tasse ist die Herkunft nur ein Faktor unter mehreren. Sorte, Anbaulage, die Aufbereitung nach der Ernte und eben die Röstung prägen das Ergebnis gemeinsam. Wenn Sie wissen möchten, woher die Bohnen in Ihrer Packung stammen, lohnt sich ein Blick auf die Angaben zum Anbauland, sofern die Rösterei sie nennt.

Kaffee als Exportgut der Schweiz

Wie bedeutend dieses Geschäft ist, zeigen die Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung: Im Jahr 2019 exportierte die Schweiz Kaffee für 2,5 Milliarden Franken. Rund 98 Prozent der exportierten Menge waren geröstet. Damit gehörte die Schweiz laut diesen Angaben zu den fünf größten Kaffee-Exporteuren.

Aufschlussreich ist auch der Vergleich mit zwei Produkten, die viele Menschen zuerst mit der Schweiz verbinden: Wertmäßig sind die Kaffee-Exporte bedeutender als die von Schokolade und Käse. Das Bild der Schweiz als Kaffeeland entsteht also nicht auf dem Feld, sondern in der Rösterei und im Handel.

Das Geschäftsmodell lässt sich vereinfacht so beschreiben:

  • Einkauf: Rohkaffee wird aus Anbauländern wie Brasilien, Kolumbien und Vietnam importiert.
  • Verarbeitung: In der Schweiz wird der Kaffee geröstet und erhält dadurch Schweizer Ursprungsstatus.
  • Export: Fast die gesamte ausgeführte Menge verlässt das Land in gerösteter Form.

Was das für Sie als Kaffeetrinker bedeutet

Wenn Sie zu Kaffee aus der Schweiz greifen, kaufen Sie vor allem Röstung und Verarbeitung, nicht das Erzeugnis einer Schweizer Anbauregion. Das ist kein Nachteil. Die Qualität eines Kaffees hängt stark davon ab, wie sorgfältig die Bohnen ausgewählt, gemischt und geröstet werden. Frisch gerösteter Kaffee bringt sein Aroma besonders gut zur Geltung.

Ein paar praktische Hinweise für den Alltag:

  • Herkunft prüfen: Achten Sie darauf, ob neben dem Röstort auch das Anbauland des Rohkaffees angegeben ist.
  • Röstdatum beachten: Kaffee verliert nach dem Rösten nach und nach an Aroma. Ein aufgedrucktes Röstdatum hilft bei der Einschätzung.
  • Richtig lagern: Bewahren Sie Bohnen luftdicht, trocken, kühl und lichtgeschützt auf.
  • Frisch mahlen: Ganze Bohnen halten ihr Aroma länger als bereits gemahlenes Pulver.

So können Sie Schweizer Röstungen richtig einordnen. Sie sind das Ergebnis eines langen Weges, der im Anbauland beginnt und über den Import in die Rösterei führt.

FAQ zu Kaffee aus der Schweiz

Wird in der Schweiz Kaffee angebaut?

In der Schweiz wird kein Kaffee im Erwerbsanbau erzeugt. Im Tropenhaus Wolhusen im Kanton Luzern, einem mit Abwärme beheizten Gewächshaus, wächst Kaffee als Pilotprojekt neben anderen tropischen Nutzpflanzen. Erntemengen sind nicht veröffentlicht.

Warum gilt in der Schweiz gerösteter Kaffee als Schweizer Produkt?

Die Schweiz verarbeitet importierten Rohkaffee. Durch das Rösten erhält der Kaffee Schweizer Ursprungsstatus, auch wenn die Bohnen in anderen Ländern gewachsen sind.

Woher stammt der Rohkaffee für Schweizer Röstungen?

Der Rohkaffee wird importiert. Zu den wichtigen Lieferländern zählen Brasilien, Kolumbien und Vietnam.

Wie wichtig ist Kaffee für den Schweizer Export?

Laut Eidgenössischer Zollverwaltung exportierte die Schweiz im Jahr 2019 Kaffee für 2,5 Milliarden Franken, rund 98 Prozent der Menge geröstet. Damit gehörte sie zu den fünf größten Kaffee-Exporteuren. Wertmäßig sind die Kaffee-Exporte bedeutender als die von Schokolade und Käse.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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